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Erneuerbare Energien

Rohöl-Weltmarktpreise.

In einer halben Stunde kommt auf der Erde soviel Sonnenenergie an, dass damit der gesamte Energieverbrauch eines Jahres abgedeckt werden könnte. Diese Energie kann mit Hilfe von Photovoltaik, Solarthermie und indirekt über Windkraftanlagen sofort nutzbar gemacht werden. Ein weiterer großer Teil der Sonneneinstrahlung wird in Pflanzen gespeichert und kann durch energetische Verwertung dieser Pflanzen genutzt werden. Aktuelle und detaillierte Zahlen zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung in Deutschland gibt die website www.energymap.info. Die Nutzung erneuerbarer Energien birgt einige Vorteile.

Endlichkeit fossiler Ressourcen / Klimaschutz

Erneuerbare Energieträger können bei nachhaltiger Nutzung durch den Menschen nicht aufgebraucht werden und bieten damit eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Bei Erdöl geht man davon aus, dass dieses noch in diesem Jahrhundert versiegen und in naher Zukunft die Ölspitze (peak oil) der sog. Hubbert Kurve erreicht sein wird. Das Erreichen der Ölspitze bedeutet, dass die Hälfte der vorhandenen Reserven verbraucht sind und der Ölpreis in Folge dessen jährlich starken Preissteigerungen unterworfen sein wird.
Zum Teil gehen Forscher auch jetzt schon von einer Überschreitung dieses Punktes aus. Der andere große fossile Energieträger Erdgas ist zwar noch länger verfügbar als Erdöl, jedoch ist auch hier ein Ende der Förderung in diesem Jahrhundert abzusehen. An Kohle (Braunkohle, Steinkohle) gibt es weltweit zwar noch mehr Reserven, aber die Förderung wird zunehmend aufwendiger und teurer.

Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wird in kurzer Zeit das CO2 frei, welches sich bei der Entstehung über tausende von Jahren angereichert hat und in diesen Energieträgern gebunden ist. Dieses ist mitverantwortlich für die Entstehung des anthropogenen Treibhauseffekts. Zusätzlich wird CO2 durch den Bau der Kraftwerke, die Förderung und den Transport der Rohstoffe - oft über tausende von Kilometern - emittiert.

Bei der Nutzung der Sonnen- und Windenergie wird nahezu kein CO2 emittiert. Die energetische Biomassenutzung gilt - bei nachhaltiger Bewirtschaftung - als CO2-neutral; d.h. es wird soviel CO2 emittiert, wie vorher von der Pflanze aufgenommen und gespeichert wurde. Eine Pflanze generiert die für ihr Wachstum wichtigen Nährstoffe bei der Photosynthese. Um die Photosynthese durchführen zu können, benötigt die Pflanze CO2, welches sie der Umgebungsluft entnimmt und dabei Sauerstoff absondert. Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung von Holz freigesetzt wird, entspricht genau der Menge, die von der Pflanze beim Wachsen aufgenommen wurde. Beim Verrotten geben Pflanzen genau diese Menge an CO2 wieder an die Umwelt ab. Da bei nachhaltiger Bewirtschaftung die geernteten Pflanzen wieder nachgepflanzt werden (Bäume , Getreide) bzw. nachwachsen (Gras) und diese Pflanzen wieder CO2 aufnehmen, entsteht ein CO2-Kreislauf - es wird kein zusätzliches CO2 frei. Weitere CO2-Emissionen entstehen hier nur durch den Bau der Anlagen, den Transport (kurze Strecken) und durch die land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung.

Auch Uran ist ein endlicher Rohstoff, der bei gleichbleibender Nutzung nur noch wenige Jahrzehnte zur Verfügung steht. CO2-Emissionen entstehen auch hier durch den Bau der Kraftwerke, die Förderung und den Transport der Rohstoffe. Das eigentliche Gefährdungspotenzial stellt aber die radioaktive Strahlung dar sowie die bislang nicht gelöste Aufgabe, die gefährlichen Abfälle langfristig sicher zu deponieren.

Kostenvorteil

In Zeiten steigender Ölpreise haben erneuerbare Energien auch finanzielle Vorteile. Wird der Verlauf des Ölpreises der letzten Jahre betrachtet, ist bei einigen Biomassen bereits ein deutlicher Kostenvorteil zu erkennen. Lag der Ölpreis im Jahr 2003 im Durchschnitt noch bei einem Wert um die 35 ct pro Liter Heizöl, liegt er derzeit bei einem Vielfachen pro Liter. Der Preis für Pellets liegt bei 36,04 ct für 2kg Pellets, was einem Liter Heizöl entspricht. Es ist also möglich, durch Einsatz erneuerbarer Energien eine (teilweise) Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern mit einem finanziellen Vorteil zu erreichen.

Regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien

Entwicklung der Heizöl-Preise

Mit steigenden Rohölpreisen steigt auch die Summe der Geldmittel, die unseren Wirtschaftskreislauf in Richtung Ölkonzerne verlassen. Diese Geldmittel stehen der heimischen Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Durch die Steigerung des Rohölpreises z.B. des Jahres 2004 ist eine Ausgabensteigerung in Höhe von 20 Milliarden EURO zu verzeichnen. In den letzten vier Jahren hat sich der Rohölpreis verfünffacht, was einem Kaufkraftverlust von 40 Milliarden EURO entspricht. Ein Ende der Steigerung des Rohölpreises ist nicht abzusehen. Eine Unabhängigkeit von diesen Steigerungen ist daher wünschenswert und auf lange Sicht nicht zu vermeiden. Da die Gaspreise in Deutschland an den Ölpreis (Ölpreisbindung) gekoppelt sind, sind auch bei diesem Energieträger ähnliche, um 3-6 Monate verzögerte, Preisentwicklungen zu verzeichnen.

Es geht also darum, einen Geldabfluss aus der Region zu mindern und dezentrale Energieträger vor Ort zu nutzen. Diese sind Wind, Sonne, Biomasse, Wasser oder Geothermie.

Informationen zum Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG)

Zweck des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) ist es, insbesondere im Interesse des Klima-, Natur- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger, externer Effekte zu verringern, Natur und Umwelt zu schützen, einen Beitrag zur Vermeidung von Konflikten um fossile Energieressourcen zu leisten und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern.

Ferner hat das Gesetz den Zweck, dazu beizutragen, den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen.

Nach §5 I EEG sind die Netzbetreiber (die EnBW Transportnetze AG, die E.ON Netz GmbH, die RWE Transport-Netze Strom GmbH und die Vattenfall Europe Transmission GmbH) verpflichtet, Strom, der in Anlagen gewonnen wird, die ausschließlich Erneuerbare Energien oder Grubengas einsetzen und den sie nach § 4 Abs. 1 oder Abs. 5 EEG abgenommen haben, nach Maßgabe der §§ 6 bis 12 EEG zu vergüten.

Nach §4 I 1 EEG ist der Netzbetreiber verpflichtet, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien oder aus Grubengas unverzüglich vorrangig an ihr Netz anzuschließen und den gesamten aus diesen Anlagen angebotenen Strom vorrangig abzunehmen und zu übertragen.
Die Vergütung erfolgt nach den §§ 6 bis 12 EEG:

  • §6: Vergütung für Strom aus Wasserkraft
  • §7: Vergütung für Strom aus Deponiegas, Klärgas und Grubengas
  • §8: Vergütung für Strom aus Biomasse
  • §9: Vergütung für Strom aus Geothermie
  • §10: Vergütung für Strom aus Windenergie
  • §11: Vergütung für Strom aus solarer Strahlungsenergie
  • §12: Gemeinsame Vorschriften für Abnahme, Übertragung und Vergütung

In diesen Paragraphen ist die Vergütung für jede Art von erneuerbarer Energie geregelt. So hat die festgeschriebene Vergütung bei allen Anlagen bis auf die Wasserkraftanlagen eine Laufzeit von 20 Jahren. Bei Wasserkraft sind es bei Anlagenleistungen bis 5 MW 30 Jahre und bei Anlagen über 5 bis 150 MW 15 Jahre.